So – der Countdown hat begonnen, und es regnet ab jetzt Blogeinträge ohne direkten Perúbezug.
Warum? – Weil in einer Woche der NaNoWriMo beginnt.

NaNoWriMo ist die äußerst klangvolle Abkürzung für »National Novel Writing Month«. Ähnlich wie CocaCola und der Oscar kommt diese Erfindung aus Amiland, hat sich aber längst zu einem internationalen Ereignis entwickelt und der Grund, warum es noch immer NaNoWriMo heißt, hat nichts mit US-amerikanischem Patriotismus zu tun, sondern ist schlicht der Tatsache geschuldet, dass die Abkürzung schön und griffig ist.

Ich werde ab jetzt vom NaNo reden, um meine Tastatur zu schonen, und ihr dürft das auch tun.

Begonnen hat – so zumindest informiert die offizielle NaNo-Seite – alles im Jahr 1999 mit 21 wagemutigen Pionieren. Die was taten? Sie schrieben einen Roman. Und sie gaben sich genau einen Monat Zeit dafür.

Warum sollte man so etwas tun?

Die Antwort darauf ist einfach und, wie ich finde, ziemlich plausibel.

Es gibt Dinge, die schieben wir nahezu unser ganzes Leben vor uns her. Die Traumreise, für die wir so lange sparen. Der Sprachkurs, der uns so sehr interessieren würde. Das klärende Gespräch mit dem einen Menschen, der uns so wichtig ist. Der Abwasch in der Küche und die Hausarbeit von vorletztem Semester … Nun, ich denke, ihr wisst schon, worauf ich hinaus will.

Und bei manchen Menschen ist es eben das Romanschreiben. Ein Traum und eine Obsession, aber wann setzt man sich schon mal hin und macht das?

Der Grund, warum es mit Hausarbeiten beispielsweise funktioniert, sind Deadlines. Die Anzahl der Tage, die noch bis zum Eintreffen der Deadline verstreichen, verhält sich genau umgekehrt proportional zur Entfaltung der diesbezüglichen Produktivität … Oder mit anderen Worten: Je näher die Deadline, desto besser kann man arbeiten.*

Die Idee hinter dem NaNo ist genau diese. Hey, wir setzen uns eine Deadline – 30 Tage und dann muss der Roman fertig sein. Natürlich ist das nur die eine Hälfte der NaNo-Magie. Die andere ist sozialer Druck. Wettbewerb. Die Dinge werden einfacher, wenn man sie nicht allein tun muss.

In Zeiten des Internets muss man fast nichts mehr allein tun. Aus den 21 Pionieren von 1999 sind im Lauf der Zeit deutlich mehr geworden. 2009 waren es mehr als 165.000 Teilnehmer, die überall auf der Welt einen Monat lang in die Tasten hauten.

Natürlich braucht man Vergleichbarkeit. Und deshalb arbeitet der NaNo mit der magischen Zahl 50.000. So viele Wörter muss man im Lauf des Novembers schreiben, um von sich behaupten zu können, dass man den NaNo gewonnen hat. Natürlich – in nicht allen Fällen heißt das, dass der Roman dann auch fertig ist. Aber er wird dem Ende schon mal ein gutes Stück näher sein, als er es ohne den NaNo wäre. Ihr glaubt mir nicht? Da draußen sind 165.000 Menschen, die ihr fragen könntet …

Idee und Prinzip des NaNo dürften also jetzt ungefähr klar sein. Ich werde euch in den nächsten Tagen noch ein bisschen mehr verraten. Falls übrigens jemand nun so begeistert ist, dass er spontan auch noch mitmachen will, mein NaNo-Name (was für ein Wort) ist Malinche … Ihr schaut stirnrunzelnd auf den Kalender und murmelt etwas von »aber was soll ich denn schreiben?« Ich kann euch beruhigen. Das inoffizielle NaNo-Motto lautet wie folgt: »No Plot? No Problem!«

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* Es gibt keine Deadline für den Abwasch in der Küche. Ich denke, auch das erklärt einiges.