So, ihr Lieben. Wenn ich aus meinem Fenster schaue, liegt dort tatsächlich Schnee. Nicht mehr so viel wie vor ein paar Tagen, der Trend geht zum Zweitmatsch … äh …, aber Fakt ist und bleibt: Wir haben weiße Weihnachten.

Das kommt mir plötzlich vollkommen normal und selbstverständlich vor, nicht nur, weil es letztes Jahr so war, sondern auch, weil ich die beiden Weihnachten davor in Perú verbracht habe. Im Sommer also. Und mir irgendwie diese unerschütterliche peruanische Überzeugung mitgebracht habe, dass Weihnachten in Europa immer besinnliche Winternächte unter einer unberührten Schneedecke sind.

Seitdem ich in Perú mit dem Wettbewerb der weihnachtlich in allen Regenbogenfarben blinkenden Lichterketten konfrontiert wurde (den Rest des Jahres werden sie sicher als Discobeleuchtung genutzt), zu Heiligabend Eis gegessen und im Takt zu den Cumbiarhythmen lateinamerikanischer Weihnachtslieder gewippt habe, bin ich auch auf ganz andere Weise wieder empfänglich für die deutsche Form des Weihnachtsfeierns, mit allem, was dazu gehört: Glühwein, Weihnachtsmärkte und Schnee, und Weihnachtsbeleuchtung, die nicht blinkt und auch nicht im Stil eines polyphonen Klingeltonorchesters „Jingle Bells“ zu spielen versucht.

Was ich sagen will?

Nun, eigentlich wollte ich Euch nur von Herzen frohe Weihnachten wünschen. Es gibt viele Arten zu feiern. Mit oder ohne blinkender Deko. Mit Panetón oder Stolle. Mit Glühwein oder heißer Schokolade. Mit einem süßen Adventskalender oder einem nacimiento, einer kleinen Modellkrippe, die in Perú traditionellerweise um so viele Tierfiguren ergänzt wird, bis sie aussieht wie die Arche Noah.

Wichtig ist doch am Ende nur, dass man aus diesen Tagen etwas für sich herausholt, das jenseits der kitschigen Weihnachtsdeko im Einkaufscenter liegt, nicht glitzert und auch kein Geld kostet. Ich möchte dem Kind grad keinen Namen geben, aber für mich hat es mit diesem schönen Gefühl zu tun, das man selbst als Kind hatte, wenn zur Bescherung gerufen wurde und man die Lichter auf dem Weihnachtsbaum gesehen hat. Damals, als Heiligabend noch etwas war, worauf man eine Ewigkeit lang hinggefiebert hat – und nichts, was durch die vorbeirasenden Dezembertage auf einen zurauschte.

Frohe Weihnachten und Feliz Navidad an alle, die ab und zu in diesem Blog querlesen – egal, auf welcher Seite des Ozeans Ihr Euch befindet.