Alle drei Tage ein Blogeintrag, sonst wird Gustavo sauer. Und wer Gustavo ist, das erzähle ich euch ein andermal, denn für heute habe ich andere Skurrilitäten im Gepäck. (Fast hätte ich Gebäck geschrieben. Es ist Weihnachtszeit.)

Wie ihr vielleicht schon ahnt, hat der heutige Blogeintrag noch nichts mit peruanischen Radiosendern zu tun – was nicht heißt, dass ich faul gewesen wäre in den letzten Tagen. (Ich habe meine Wohnung aufgeräumt und peruanisches panetón gebacken. Dann habe ich meine Wohnung wieder in Unordnung gebracht. Ich war also ziemlich aktiv.) Es gibt einen Nachtrag im letzten Artikel, da ich auf eine weitere Tageszeitung hingewiesen worden bin: El Peruano.

Ich habe also jetzt auf El Peruano verwiesen und bei der Gelegenheit gemerkt, dass ich noch gar nicht Infoamazonas in meiner Linkliste habe. Das habe ich endlich nachgeholt (eine sehr lesenswerte Sammlung von Nachrichten rund um Perú), und im Zuge dessen bin ich unter den Schreibtisch gefallen. Ich weiß nicht, ob das, was ich getan habe, eher unter Lachen oder Weinen läuft. Jetzt habe ich mich soweit wieder beruhigt, dass ich weiterschreiben kann.

Eigentlich wollte ich ein paar Bilder vom deutschen Winter in den Blog packen. Damit meine peruanischen Leser die weiße Pracht sehen. Eigentlich wollte ich darauf hinweisen, dass jetzt auf der Quechua-Seite der versprochene Grundlagentext zu finden ist.

Das alles wird nichts, und das nur, weil ich auf Infoamazonas war.

Beginnen wir von vorne.

Wenn es in geselligen Runden zum obligatorischen Wir-zeigen-uns-merkwürdige-Videos-auf-Youtube kommt, dann habe ich zwei Favoriten. Der eine ist dieses Video hier. Es wird gehandelt als „worst music video ever“, aber ich würde es eher als die merkwürdigste Kombination von Musik und Choreographie beschreiben, die ich je gesehen habe. Zwischen Finnen und Schweden scheint ein großer Streit entbrannt, wer dieses Werk denn nun eigentlich verbrochen hat (und keiner will’s gewesen sein).

Das andere ist dieses Video. Hier ist die Musik wenigstens genauso mies wie das ganze Video, aber beides ist so unfassbar absurd, dass es sich lohnt, die Zähne zusammen zu beißen und David Hasselhoff (ja, ihr lest richtig: David Hasselhoff zu Gast in meinem Blog! Wer hätte das gedacht) zu ertragen. Meine Lieblingsszene ist die mit dem Fisch. Seht selbst.

Ich hätte nicht gedacht, dass diese beiden Videos zu toppen wären, und ich hätte auch nicht gedacht, dass mich in der peruanischen Volksmusikszene noch wirklich etwas schocken kann. Nicht, nachdem ich, gefangen in diversen Transportmitteln, stundenlang Sonia Morales und Rosita de Espinar in der Endlosschleife hören musste. Nicht, nachdem ich Mariflorcita del Perú begegnet bin, einer zum musikalischen Wunderkind geputschten Dreizehnjährigen (symbolische Altersangabe).

Wie es aber in dem verhängnisvollen Infoamazonas-Artikel heißt, der mich unter den Schreibtisch gezwungen hat: »Nun aber haben sich drei zusammengetan, um das Wort “skurril” neu zu definieren.« Besser kann man es kaum umschreiben. »En Tus Tierras Bailaré« heißt das Juwel, von dem hier die Rede ist, das Gemeinschaftsprojekt von – wenn wir ihrer Selbstdefinition Glauben schenken – drei ganz Großen der peruanischen Folklore. Der Name Wendy Sulca ist mir schon oft in Perú begegnet, jetzt erfahre ich, dass sie so etwas wie ein immerhin hübsches Gegenstück zu Mariflorcita ist. Ansonsten dasselbe in Grün Rosa. La Tigresa del Oriente habe ich bisher auch nur gehört und noch nicht gesehen. Lediglich Delfín „hasta el fín“ ist mir vollkommen neu, aber das … öhm … ist auch nicht weiter tragisch.

Seht es euch an. Lest den Artikel dazu. Und glaubt bitte, bitte nicht, dass die Peruaner nichts anderes können.

Skurril? Ja. Klammern wir uns an dieses Wort. Bye-bye David Hasselhoff, aber hiermit kannst nicht einmal du mithalten.


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Bildnachweis: geralt/Pixabay