Leipziger Hauptbahnhof Eine kurze Nachlese muss sein, denn auch in diesem Jahr war die Leipziger Buchmesse wieder mal eins: ein paar Tage trubeliger, inspirativer und wunderbar geselliger Wahnsinn mit ganz vielen tollen Autorenkollegen und -kolleginnen. Ich bin gleichermaßen platt wie beschwingt zurückgekommen.

Vor zwei Jahren bekam ich auf der Buchmesse die mündliche Zusage für meine »Kondorkinder«, vor einem Jahr sind sie flügge geworden. Dass ich nun am vergangenen Freitag ihren ersten Geburtstag feiern durfte, fühlt sich noch immer unwirklich an (genauso wie die Tatsache, dass es in diesem Jahr vier eigenständige Veröffentlichungen von mir auf der Messe zu kaufen gab – neben den beiden Kondorkinder-Bänden auch mein Kinderbuch »Straka« beim Machandel-Verlag und meine Mystery-Novelle »Antayawar« beim Textlustverlag. Praktischerweise alle in Halle 2 – und wieso habe ich Honk eigentlich keine Fotos gemacht?
Die Kondorkinder flattern jedenfalls weiterhin munter in die Welt hinaus. Mini-Highlight: Eine Lettin am Stand des Mondwolf-Verlags betrachtete interessiert das Cover des zweiten Bands, sodass ich schließlich auf Englisch eine ansprechende Zusammenfassung der Romanhandlung improvisieren musste. Immerhin war das Ergebnis, dass die Dame sich eine Übersetzung des ganzen Buchs wünschte, weil die Story für sie vielversprechend klang.

Alpaka Zwiebel trinkt Lamaretto Ansonsten habe ich es dieses Jahr in Leipzig entspannt angehen lassen und Lesungen als Gast beigewohnt, anstatt selbst … Moment, das stimmt nicht! Michèle-Christin Jehs, eine der Herausgeberinnen der Anthologie »Gesänge aus dunklen Zeiten« im Burgenwelt-Verlag, organisierte eine spontane Flashmob-Lesung, die dank der frühlingshaften Temperaturen problemlos im Innenhof des Messegeländes stattfinden konnte. Tino Fremberg las aus seiner Kurzgeschichte »Umbra«, und ich durfte mit einem Ausschnitt aus »Granadas rote Sonne« in die verzauberte Welt der Alhambra im Jahr 1492 entführen. Ergebnis der Lesung: Eine ganze Menge begeisterter Zuhörer!

Einen Vertrag durfte ich außerdem unterschreiben. Verlegerin Grit Richter und ich fanden uns mit telepathischer Sicherheit in Halle 2, und dann verkaufte ich ihr meine Seele – bzw. unterzeichnete ich für meine Kurzgeschichte »Du aus dem Schatten der Kaktusblüte«, die einen Platz in der nächsten Anthologie des Art Skript Phantastik-Verlags, »Die Damen der Geschichte«, gefunden hat. Auch dieser Moment war ein persönliches Messehighlight, denn in meiner Kurzgeschichte geht es um Malinche, die indigene Dolmetscherin der Spanier bei der Eroberung Mexikos, die – als Mittlerin zwischen den Welten – seit Jahren mein Alter Ego im Internet ist. Entsprechend viel Herzblut steckt in der Kurzgeschichte.

Außerdem wurde ich – ebenfalls von einem von mir sehr geschätzten Verlag – auf ein sehr spannendes Projekt angesprochen. Viel mehr kann ich dazu noch nicht verraten, außer, dass die Inspirationsfunken in meinem Kopf wild am Wirbeln sind und ich sehr gespannt bin, wie sich das entwickeln wird.

Das Spiegelbuch lässt grüßen: Neues Notizbuch Was war sonst noch? Viele, viele schöne Gespräche in den Messehallen und im sonnigen Innenhof, Wiedersehensfreude und neue Gesichter. Dekadent-gemütliche Abendessen in wechselnder Kulisse. Die wie üblich beste Messe-WG der Welt und ein rundum großartiges Agenturtreffen mit Cocktails und Zwiebel. Zuviel Cappuccino aus Pappbechern. Ein Interviewtermin, der leider nicht geklappt hat, dafür haben die Blogger sich stattdessen eine liebe Autorenkollegin geschnappt, sodass es doch wieder für etwas gut war. Schmerzende Füße. Ein neues Notizbuch (Ja, natürlich. Nein, wirklich nur eins). Anhimmeln des Aufbau-Verlagsstands. Zu viele Leute und Lesungen, die ich verpasst habe. Kurzum: Ich freue mich auf nächstes Jahr!