Jetzt habe ich es tatsächlich geschafft und den Blog schon wieder über einen Monat lang brachliegen lassen. Dabei steht das Wort »Blog« auf dem Whiteboard, das mir direkt auf dem Schreibtisch als To-Do-Liste dient, seit Wochen ganz oben – und ich habe mehr als genug Ideen für neue Blogeinträge, das könnt ihr mir glauben. Nicht nur rund ums Schreiben, auch, was aktuelle Entwicklungen in Perú betrifft.

Aber leider standen unter dem Wort »Blog« noch ziemlich viele andere in einer langen, langen To-Do-Liste. Mittlerweile sind die alle weg, ich habe wieder ein wenig mehr Luft – und nun ist es aber auch schon Zeit für meinen alljährlichen »NaNo is coming!«-Beitrag.
Wer überhaupt nicht weiß, was sich hinter dem ominösen NaNoWriMo verbirgt, findet eine ausführliche Erklärung hier. Die Kurzfassung: Dreißig Tage, fünfzigtausend Wörter, ein Roman. Schreibwahnsinn deluxe. Und während ich meinen ersten NaNo 2009 noch im stillen Kämmerlein schrieb, bin ich seit 2010 jedes Jahr im Team Tintenzirkel dabei gewesen, in einer absolut berauschenden, vor Kreativität und Begeisterung nur so knisternden Atmosphäre, denn gemeinsam macht es doch am meisten Spaß. Das gemeinsame Write-In in der Nacht auf den 1.11. hat ebenso Tradition wie regelmäßige NaNo-Stammtische, um gemeinschaftlich Plotlöcher zu stopfen und Wörter zu kloppen.

In diesem Jahr werde ich über meine NaNo-Fortschritte auch erstmalig nicht nur hier, sondern auch auf dem Tintenzirkel-Blog berichten – meinen ersten Beitrag findet ihr hier, und er befindet sich in bester Gesellschaft, denn im Tintenzirkel-Blog werden sich während des Novembers auch andere Schreiberlinge quasi über die Schulter schauen lassen.

Jedes Jahr aufs Neue erlebe ich auch viel Skepsis angesichts des NaNo, ob das denn funktionieren kann, ob bei so einem Schreibmarathon denn auch etwas herauskommen kann, das man nicht in die Tonne kloppen muss. Diese Skepsis finde ich vollkommen okay (solange sie nicht mit verächtlichen Kommentaren einhergeht), denn skeptisch war ich auch mal selbst, bevor ich den NaNo ausprobiert habe.
Der Knackpunkt ist, man muss ihn tatsächlich ausprobieren, um zu wissen, ob er für einen funktioniert – manchem liegt er nicht. Andere beflügelt er. Für mich besteht der Reiz seit 2010 eben auch darin, den November in einem großartigen Team zu verbringen und aus dieser Gruppendynamik Energie zu ziehen. Und indem ich mit einem etwas debilen Grinsen die Buchrücken meiner NaNo-Erstlinge von 2009 und 2010 – die zwei Bände der »Kondorkinder« nämlich – tätschle, kann ich mit Fug und Recht behaupten: Ja, es kann durchaus etwas dabei herauskommen.

Ansonsten … fehlt noch etwas? Ach so, was ich schreibe? Das erzähle ich ja ausführlich auf dem Tintenzirkel-Blog und zitiere mich der Bequemlichkeit halber mal selbst von dort:

Es gibt eine alternative Vergangenheit, in der verschiedene Völker die Erde verlassen mussten, es gibt Raumschiffe, Verfolgungsjagden und mutierte Killerlamas, und mittendrin meine Protagonisten: Manco, seines Zeichens bester Sonnenstaffelflieger der Inka, der unsterblich in ein Hologramm verliebt ist, eine Schwäche für komplexe Binärcodes hat und überhaupt nicht so unschuldig ist, wie er auf den ersten Blick wirken mag. Und Gonzalo, ein Kommandant der Iberer, der soviel trinkt und flucht wie alle meine bisherigen Figuren zusammen, scheinbar ständig Streit sucht und viel Wert darauf legt, ja nicht zu irgendwem nett zu sein.

Klingt schräg? Wird es auch. Die beiden Herren gehören jedenfalls eindeutig zu den etwas aufdringlicheren Romanfiguren und haben mir seit ihrem Auftauchen im Sommer keine ruhige Minute mehr gelassen. Ich freue mich auf sie und ihre Wortgefechte. Und auf die Killerlamas, natürlich.

In diesem Sinne: Auf einen inkagalaktischen November! Tschakka Alpaka!

 

 

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