Heute mache ich es zum ersten Mal in diesem Blog so, dass ich keinen deutschen Eintrag schreibe und ihn ins Spanische übersetze, sondern umgekehrt. Ich veröffentliche hier eine Übersetzung des offenen Briefs, den der politische Aktivist Hugo Blanco an Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa gerichtet hat.

Dieser Brief ist teilweise sehr polemisch, aber was mich wütend gemacht hat, waren nicht die Bemerkungen von Hugo Blanco, sondern die von ihm angeführten Zitate Mario Vargas Llosas. Ich habe schon anlässlich der Nobelpreisverleihung geschrieben, dass ich mich in einem emotionalen Zwiespalt befinde – als Autor, rein handwerklich, mag ich Vargas Llosa sehr. Sein politisches Programm hat für mich hingegen einen schalen Beigeschmack, und die Beispiele in diesem Brief verstärken diesen noch.

Es ist ein sehr langer Text, ich habe ihn auch teilweise gekürzt und die Stellungnahmen ecuatorianischer Politiker zu Vargas Llosas Bemerkungen gestrichen. Ich freue mich, wenn ihr ihn trotzdem lest. Das spanische Original findet Ihr mit Klick auf die peruanische Flagge oder hier, oder Ihr lest meinen Übersichtsartikel auf suite101.

Señor Mario Vargas Llosa:
Der Ihnen verliehene Nobelpreis bedeutet einen weiteren Schlag des Neoliberalismus gegen die indigenen Bevölkerungen, denn es wird sich schwerlich ein größerer Feind derselben finden lassen als Ihre Person.
Die Schläge des von multinationalen Unternehmen regierten Weltsystems gegen diese Bevölkerungen sind täglich, bestehend im Raub der Natur in ihren Lebensgebieten, was für sie den Tod bedeutet.
Der Angriff ist multipel, ich erwähne nur einige Beispiele:

  • Die Einrichtung von Minen unter offenem Himmel, die das Wasser für die Landwirtschaft rauben und sie vergiften, indem sie Pflanzen, Fische, Boden und Menschen töten
  • Der Entzug von Kohlenwasserstoffen mit ähnlichen Effekten
  • Die Installation von Wasserkraftwerken für die Minen, die das Wasser für die Landwirtschaft rauben und für Überschwemmungen sorgen.
  • Die Abholzung des Regenwaldes zur Holzgewinnung, für Nutztierhaltung oder das Anpflanzen von Biobrennstoffen, was durch die heftigen Regenfälle der Region zur Verwüstung führt.
  • Die Agroindustrie, die durch Monokulturen und starken Einsatz von Agrochemikalien das nutzbare Land tötet.
  • Die globale Erderwärmung, hervorgerufen durch Treibhausgase, die mit Überschwemmungen und Erdrutschen verwüstet, Bäche austrocknet, den Wasserstand der Flüsse verringert, Gletscher schmilzt, Inseln versenkt; sie sorgt für sehr warme Sommer und sehr kalte Winter.

Diese Angriffe gehen nicht nur gegen die indigenen Völker, sondern gegen die gesamte Menschheit, denn wir alle leben von dem, was die Natur uns gibt; aber die indigenen Völker sind direkt davon betroffen und reagieren somit auch als erstes, ihr Leben opfernd gegen den brutalen Angriff des Systems, was sie zu Helden der Menschheit macht.
Sie haben mehr als einmal die räuberischen Unternehmen gegen die indigenen Völker verteidigt. Sehen wir nur zwei Beispiele:

Umwelt
Der 5. Juni 2009 – der weltweite Tag für den Umweltschutz – wurde von der Regierung Alan Garcías ausgewählt, um über 200 Indigene zu massakrieren (nicht zehn, was die offzielle Zahl ist, die Sie wiederholen), die den amazonischen Regenwald verteidigten, die Lunge der Welt.

Dieses Massaker, die Inhaftierung und der Prozess gegen zahlreiche Opfer des Angriffs stießen auf Massenproteste in der peruanischen Hauptstadt und anderen Städten. Stimmen des Protests wurden an verschiedenen Orten der Welt laut (natürlich gehörten Sie nicht zu jenen, die protestierten). Unsere amazonischen Brüder gaben nicht auf, es gab einen machtvollen Vorstoß der Bewohner der Selva Richtung Lima.

Demgegenüber sah die Regierung sich gezwungen, zurück zu rudern und zwei der schlimmsten Raub-Dekrete abzuschaffen (die zudem illegal waren, da sie gegen das Konsultierungsrecht der indigenen Völker gehen, das diese in jedem Punkt haben, der mit ihrem Territorium zu tun hat und das anerkannt ist durch das Abkommen 169 der ILO, peruanisches Gesetz von konstitutionellem Charakter, anerkannt durch den Kongress).

Wie haben Sie sich verhalten?

Anders als der Großteil der peruanischen Bevölkerung bedauerten Sie die Rücknahme [der Gesetze], schrieben von einem »Pyrrhussieg« und betonten, dass zukünftige peruanische Regierungen sich nicht trauen würden,

»die Hand ins Amazonasgebiet zu legen, um Privatinvestitionen und wirtschaftliche Entwicklung für diese Region anzukurbeln«;

»die verteufelten Dekrete waren im Grunde sehr gut orientiert. Sie verfolgten eine mächtige Notwendigkeit: private Investition und hochentwickelte Technologie in eine Region zu ziehen, die über große Reserven von Gas, Erdöl und vielen Mineralen verfügt …«

»Darauf haben nun auf selbstmörderische Weise die amazonischen Gemeinden verzichtet, die den zurückgebliebenen Parolen Alberto Pizangos gefolgt sind.«

Es war umgekehrt, es war Pizango, der den Parolen der amazonischen Bevölkerung folgte, ein Demokratiestil, den Sie niemals verstehen werden, »Demokrat« Vargas Llosa.
Sie benutzen die gleiche Sprache wie die große Presse in den Händen der multinationalen, räuberischen Konzerne.

Auch hetzen Sie gegen die

»dummen Lügen, denen zufolge die Dekrete ein Teil des Freihandelsvertrages zwischen Perú und den USA waren«.

Diese »dummen Lügen« stehen in den Präambeln der Dekrete und wurden durch die Ministerin Mercedes Aráoz öffentlich verkündet.
Sie belassen es nicht dabei, Sie betrachten die Amazonasbevölkerung als geistig zurückgeblieben, können nicht fassen, dass der Widerstand von ihnen erdacht sein könnte, sondern sagen, sie seien von Hugo Chávez und Evo Morales aufgehetzt worden. Sie versäumen die Gelegenheit nicht, zwei der rückständigsten Regierungen Südamerikas, die Indigene ermorden, zu lobpreisen: Perú und Kolumbien.

Kollektive demokratische Organisation
Seminar »Die Bedrohungen der Demokratie in Lateinamerika: Terrorismus, Schwäche des Rechtsstaates und Neopopulismus«, in Bogotá vom 19. bis 22. November 2009.

Ihre Worte:

»Der Fortschritt und die Zivilisation sind inkompatibel mit gewissen sozialen Phänomenen, und das wichtigste davon ist der Kollektivismus. Keine kollektivistische oder mit dieser Kultur imprägnierte Gesellschaft ist eine, die sich entwickelt, modernisiert und die Zivilisation erreicht. Der Sozialismus, der Nazismus und der Faschismus sind die kollektivistischen Phänomene der Vergangenheit. Heute drückt [der Kollektivismus] sich aus im Nationalismus und religiösem Integrismus. Das Phänomen sprießt in Lateinamerika auf sehr verführerische Weise und hüllt sich in Kleider, die nicht anstoßend, sondern prestigeträchtig wirken …

In Perú floriert es mit zwei oder drei Brüderchen [hermanitos], die im Namen dieser kollektiven Identität, der indigenen, autochthonen, ursprünglichen Identität, der der wahren peruanidad, eine Kampagne losgetreten haben, die rational untersucht sehr dumm erscheint, beinahe komisch, aber die ein neurologisches Zentrum anspricht, genannt ›der Geist des Stammes‹ (el espíritu de la tribu), das nie verschwindet, nicht einmal in Gesellschaften, die auf dem Weg der Zivilisation vorangeschritten sind …

Der Indigenismus der 20er Jahre, der schon überwunden schien, ist heute das, was hinter Phänomenen wie dem Herrn Evo Morales in Bolivien steht. In Ecuador haben wir eine wahrhafte politische und soziale Unordnung wirken und schaffen gesehen. Der Indigenismus in Ecuador, Perú und Bolivien provoziert eine wahrhafte politische und soziale Unordnung, und deshalb muss er bekämpft werden …
Von Ecuador weiß ich nur sehr wenig, was dort jetzt passiert …
Wenn wir Entwicklung erreichen wollen und die Zivilisation und die Moral wählen wollen, müssen wir entschieden diese Ausbrüche von Kollektivismus bekämpfen …
Ich glaube, dass es in der indigenen Bewegung ein zutiefst unruhestiftendes Element gibt, das sich an die niederen Instinkte, an die schlimmsten Instinkte des Individuums richtet, wie das Misstrauen gegen den anderen, von dem es verschieden ist. Also schotten sie sich ab (se encierran en sí mismos).«

Sie verstehen klar und korrekt, dass die indigene Gemeinschaft das grundlegende Werkzeug zur Verteidigung von Mutter Erde ist. Darum begreift das System, das von den multinationalen und räuberischen Konzernen geleitet wird, dass der Angriff auf die Natur von einem Angriff auf die indigene Gemeinschaft begleitet sein muss. Wo es Indigene gibt, egal auf welchem Kontinent, gibt es indigene Gemeinschaft, ein wahrhaft demokratischer Organismus, wo die Kollektivität bestimmt, nicht das Individuum, wie in der »demokratischen« aktuellen Gesellschaft, wo die Interessen der großen Konzerne bestimmen.

Diese wahre Demokratie zeigt sich im Einvernehmen von Aktionen kollektiven Protestes, in Plebisziten wie denen von Tambogrande, Ayabaca, Huancabamba und Islay in Perú, Andalalá in Argentinien, wo demokratisch über 90 % ausdrückten: »Leben ja – Mine nein!« Vor dieser Demokratie hat das System angst, deswegen haben Fujimori in Perú und Salinas in Mexiko fast zeitgleich Gesetze gegen die indigene Gemeinschaft erlassen, deswegen gehen von Alan Garcías Gesetzen einige gegen die Natur und andere gegen die indigene Gemeinschaft. Deswegen sprechen Sie mit Horror vom »Geist des Stammes«, vom »Bienenstock«, vom »Ameisenhaufen«, denn Sie begreifen, dass die Stärke der indigenen Bewegung, um die Natur vor dem Raubbau durch das große Kapital zu beschützen, die indigene Gemeinschaft ist.

Diese »politische und soziale Unordnung« ist ein Bruch der »Ordnung«, welche die räuberischen Unternehmen brauchen, um die Natur mit ihren auf den »Fortschritt« gerichteten Aktionen zu verwüsten – dieser Fortschritt ist einerseits jener ihrer Millioneneinkünfte, andererseits jener auf dem Weg zur Ausrottung der Menschheit.

Sie attackieren den Kollektivismus im Namen einer Verteidigung des Individuums. Der Kollektivismus verneint die Individualität nicht – sie muss respektiert werden. Die Individualität wird erdrückt vom merkantilen Fundamentalismus, der die »Mode« einführt und alle zwingt, ihr zu folgen (McDonald‘s, Coca Cola). Wer diesem Druck am wenigsten ausgesetzt sind, sind die Indigenen. Bei ihnen kleidet sich jedes Volk anders.

Es ist die Gesellschaft, die Sie verteidigen, die die Individualität bedroht und einen Individualismus verherrlicht, der höchster Egoismus ist. Die kollektivistische Kultur ist die der menschlichen Solidarität, im Gegensatz zu der von Ihnen verteidigten, zutiefst egoistischen. Das beste Beispiel dafür ist, dass die großen multinationalen Konzerne von Leuten geführt werden, die wissen, dass sie mit dem unkontrollierten Ausstoß von Treibhausgasen zur Ausrottung der Menschheit führen, aber ihre Enkel und Kinder sind ihnen gleichgültig, sie wollen nur das heilige neoliberale Gebot erfüllen: so viel Geld wie möglich in so wenig Zeit wie möglich verdienen.

Ihre Verurteilung der indigenen Demokratie ist von Saramago ausreichend gut beantwortet worden:

»Dass jemand gesagt haben könnte, die indigene Bewegung sei eine Gefahr für die Demokratie, erscheint mir unmöglich. Wie kann aus einem intelligenten Kopf eine so monströse Behauptung kommen?

»Ich schlage euch vor, Indigene dieses Amerikas, dass ihr euch in Heralde der Demokratie verwandelt. Wenn ihr die Fahne der Demokratie hochhaltet, vielleicht lernen wir anderen.«

Die indigene Gemeinschaft, ohne diesen Namen zu tragen, hält schon seit langem die Fahne der wahren Demokratie hoch, und sie trägt sie auf noch höhere Ebenen, wie mit der comunidad de comunidades in Cauca, Kolumbien, auf den Kuna-Inseln von Panamá und in größerem Maß in der zapatistischen Zone von Chiapas, wo seit 16 Jahren die Indigenen durch die »Juntas der Guten Regierung« regieren. Diese sind rotativ, ihre Mitglieder können in jedem Moment abgesetzt werden und verdienen nicht einen Cent (wie in den indigenen Gemeinschaften) dafür, dass sie diese Funktion ausüben. Es ist kein Zufall, dass Sie »Das andere Gesicht des Paradieses« (La otra cara del Paraíso) geschrieben und eine Unmasse von Verleumdungen gegen diese Indigenen losgetreten haben, Sie verstehen sehr gut, was sie als Beispiel für andere Völker für eine Gefahr für die großen Konzerne bedeuten.

[…]

Rassismus
Sie verfügen über einen intensiven Rassismus. Das merkt man, wenn Sie den Indigenen empfehlen, ihre Kultur zu verlassen, um über sich selbst hinauszuwachsen. Es reicht, Ihren Roman »Tod in den Anden« (Lituma en los Andes) zu lesen, ein Buch gegen die »serranos« [Leute aus der Sierra, A.d.Ü.] (im Perú der Küstenregion gibt es einen regionalistischen Rassismus gegen die Indigenen, die regional als Hochlandbewohner identifiziert werden].
Als der Korporal, der von der Küste stammt, dem Wachmann aus der Sierra sagt, er »verdiene es, costeño zu sein« (also von der Küste, A.d.Ü.], dankt dieser ihm. Der Höhepunkt des Romans ist die Behauptung, der Kannibalismus sei ein Ritual des Hochlandes. Ich bin serrano und ich habe in meinem ganzen Leben nichts dergleichen gesehen. Was ich sehr wohl sehe, ist, was ich schon vorher gesagt habe: dass die Kultur, die Sie verteidigen, zur Ausrottung der Menschheit führt. Sie isst sie nicht, sie tötet sie einfach.

In meinem Buch »Nosotros los Indios« widme ich ein Kapitel (»Die indigene Kultur und der Neoliberalismus – José María Arguedas und Mario Vargas Llosa«) der Verteidigung meines »tayta« (Quechua: Vater, A.d.Ü.) José María Arguedas gegen Ihre Attacken in Ihrem Buch »Die archaische Utopie« (La Utopía Arcaica). Ich werde hier nicht alles dort Gesagte wiederholen, nur die Bemerkung, die ich der zweiten Auflage voranstellte:

»Dieser Artikel wurde im März 1999 geschrieben. Seitdem hat sich eine Welle indigener Bewegungen über den Kontinent ausgebreitet und eine desaströse Krise des Neoliberalismus. Das zeigt, dass die ›archaische Utopie‹ nicht der ›Indigenismus von José María Arguedas‹ ist, sondern der heißgeliebte Neoliberalismus von Mario Vargas Llosa, der einer seiner Gurus bleibt.«

Uchuraqay
Im Januar 1983 wurden acht Journalisten in der comunidad von Uchuraqay, Ayacucho, getötet.
Die repressive Regierung, die die politische Macht dieses departamentos dem genoziden General Clemente Noel übergab (ich wurde für 120 Tage aus dem Abgeordnetenhaus suspendiert, weil ich ihn so bezeichnet hatte und mich weigerte, diese Bezeichnung zurückzunehmen), benannte eine von Ihnen geleitete Kommission, um die Verantwortlichkeit der Armee in diesem Verbrechen zu vertuschen. Sie erfüllten diese Anforderung perfekt, indem Sie die Bewohner der comunidad kollektiv für diese Tode anklagten und Berichte von Anthropologen, Juristen, Linguisten und Psychoanalisten verschmähten.

Die Kommission für Wahrheit und Versöhnung (Comisión por la Verdad y Reconciliación) und andere Organisationen zur Verteidigung der Menschenrechte beklagen, dass Sie sich darauf beschränkt haben, die Aussagen und Beweise der am Verbrechen beteiligten Militärs aufzunehmen – die natürlich die Armee entlasteten. Sie wandten den in »Tod in den Anden« manifestierten Rassismus an, indem Sie sagten, es seien die comuneros, welche die Journalisten getötet hätten, und mitleidig fügten Sie hinzu, »wir alle waren schuldig«, weil wir sie nicht »zivilisiert haben«.

Es heißt, dass nach einer Weile ein Gericht Beweise für eine militärische Beteiligung fand, und Sie sagten, Sie hätten Ihre Schlussfolgerung »zum Wohl der Demokratie« gezogen. Ich erwähne dies, weil es Leute gibt, die Sie als einen »Verteidiger der Menschenrechte« präsentieren. Die Angehörigen der toten Journalisten empfinden Ekel Ihnen gegenüber, weil Ihre Arbeit Mörder (genocidas) wie Noel deckt.

Schlussfolgerung
Glücklicherweise werden die indigenen Völker von immer größeren Teilen der Weltbevölkerung respektiert, weil sie die Avantgarde in der Verteidigung der Natur bilden, für die gesamte Menschheit, und weil sie wahre, solidarische Demokratie in ihren Organisationen praktizieren und so den einzigen Weg für das Überleben der Spezie [Mensch] aufzeigen: Dass die gesamte Gesellschaft sich selbst regiert und bestimmt, welche industriellen Einrichtungen es geben soll, ohne das Überleben der Menschheit in Gefahr zu bringen.
Das konnte ich bei meiner letzten Reise durch Europa feststellen, bei der ich zu genau diesem Thema sprach.

Der antidemokratische und egoistische Vertikalismus der multinationalen Konzerne, den Sie – ich weiß nicht warum – »Demokratie« nennen, hat jedes Mal weniger Anhänger.

Es wundert mich nicht, dass Sie den Nobelpreis erhalten haben. Auch Obama hat den Friedensnobelpreis erhalten, weil er den Krieg in Afghanistan vorangetrieben hat.

Ich denke, dass Alfred Nobel, der sich schuldig fühlte aufgrund seiner Verantwortung als Unternehmer, der sich durch die Produktion von Dynamit für Bergbau und Krieg bereicherte, keineswegs zufrieden wäre mit Ihnen als Preisträgern.

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Bildnachweis: Senlay/Pixabay

Versión en castellano

Chic@s: hoy día la entrada es la carta abierta de Hugo Blanco a Mario Vargas Llosa, que originalmente encontrarán aquí.
La carta es muy larga y en algunos momentos, bastante polémica, convendría discutir algunos detalles. Pero me parece muy importante difundirla. Ya cuando le entregaron el Premio Nobel de la Literatura a MVLl, me alegré pero constaté que estaba en un dilema emocional: Vargas Llosa me impresiona como autor, hablando también técnicamente, pero su discurso político siempre me ha dejado con dudas. Y ahora, leyendo y luego traduciendo la carta de Hugo Blanco, se me ha hecho más fuerte este sentimiento de rechazo. La carta, como dije, es muy larga, pero vale la pena leerla, ya que contiene algunos argumentos en mi opinión muy buenos.

Señor Mario Vargas Llosa:
El premio Nóbel otorgado a usted representa un golpe más del neoliberalismo a las poblaciones indígenas, ya que difícilmente podrá encontrarse mayor enemigo de ellas que su persona.

Son diarios los golpes del sistema mundial gobernado por las grandes empresas multinacionales contra dichas poblaciones, consistente en la depredación de la naturaleza en sus zonas de vida, lo que significa la muerte para ellas.

El ataque es múltiple, solo menciono algunos ejemplos: La implantación de minas a cielo abierto, que roban el agua de la agricultura y la envenenan, matando vegetales, peces, suelo y seres humanos. La extracción de hidrocarburos con parecidos efectos. La instalación de fuentes hidroeléctricas para la minería, que roban el agua de la agricultura y provocan inundaciones. La tala de la selva para extracción de madera, para instalaciones ganaderas o para plantaciones de biocombustibles, lo que debido a las intensas lluvias de la zona provoca la desertificación. La agroindustria que debido al monocultivo y al uso intensivo de agroquímicos, mata la tierra cultivable. El calentamiento global provocado por la emisión de gases de efecto invernadero que asola con inundaciones y deslizamientos de cerros, mata arroyos, disminuye el volumen de los ríos, diluye glaciares, sumerge islas; provoca veranos muy calientes e inviernos muy fríos.

Estos ataques no son sólo contra los pueblos indígenas, sino contra toda la humanidad, pues todos vivimos de lo que la naturaleza nos brinda; lo que sucede es que son las poblaciones indígenas las directamente afectadas por él y por eso son las primeras en reaccionar, ofrendando su vida ante la brutal arremetida del sistema, lo que los convierte en héroes de la humanidad.
Usted, en más de una ocasión ha defendido a las empresas depredadoras contra las poblaciones indígenas.
Veamos sólo dos ejemplos:

Medio Ambiente
El 5 de junio del 2009, día mundial de la defensa del medio ambiente fue escogido por el gobierno de Alan García para masacrar a traición a más de 200 indígenas (no 10 que es la cifra oficial repetida por usted) que defendían la selva amazónica, el pulmón del mundo.
Esta masacre, el encarcelamiento y procesamiento de numerosas víctimas del ataque, fueron respondidas con multitudinarias protestas en la capital peruana y otras ciudades, se levantaron voces de protesta en diversos lugares del mundo (naturalmente usted no estuvo entre quienes protestaron), los hermanos amazónicos no se rindieron, había un poderoso avance de los habitantes de la selva central hacia Lima.
Frente a eso, el gobierno se vio obligado a retroceder y se derogaron dos de los más feroces Decretos Ley de depredación (que además eran ilegales pues van en contra del derecho a consulta de los pueblos indígenas por cualquier cosa que tenga que ver con su territorio, reconocido por el convenio 169 de la OIT, que es ley peruana de carácter constitucional aprobada por el Congreso).

¿Cuál fue la actitud de usted? Al contrario de la mayoría del pueblo peruano, lamentó la derogatoria, escribió “Victoria Pírrica”, manifestando que futuros gobiernos peruanos no osarán

“volver a meter la mano en la Amazonía para alentar la inversión privada y el desarrollo económico de esta región”,
“los satanizados decretos estaban en el fondo bastante bien orientados. Perseguían una necesidad imperiosa: atraer inversión privada y tecnología de punta hacia una región que tiene grandes reservas de gas, petróleo y muchos minerales….”
“A esto acaban de renunciar de manera suicida las comunidades amazónicas que siguieron las consignas retrógradas de Alberto Pizango”.

Fue al revés, ha sido Pizango quien obedeció las consignas dadas por la población amazónica, un estilo de democracia que jamás entenderá usted, “demócrata” Vargas Llosa.

Usted usa el mismo lenguaje que la gran prensa en manos de las empresas multinacionales depredadoras.
Además se lanza contra “las estúpidas mentiras según las cuales aquellos decretos formaban parte del Tratado de Libre Comercio firmado entre el Perú y Estados Unidos”. Esas “estúpidas mentiras” están en los preámbulos de los decretos y fueron pregonadas por la ministra Mercedes Araoz.

No se detiene ahí, considerando a los habitantes amazónicos retardados mentales, no concibe que la resistencia pueda haber sido pensada por ellos, dice que fueron instigados por Hugo Chávez y Evo Morales. No desperdicia la oportunidad para ensalzar a los dos gobiernos más retrógrados y asesinos de indígenas de Sudamérica: Perú y Colombia.

Organización colectiva democrática
Seminario Las amenazas de la Democracia en América Latina: Terrorismo, Debilidad del Estado de Derechos y Neopopulismo, evento realizado en Bogotá (tenía que ser Colombia) durante los días 19 y 22 de noviembre del 2009

Sus palabras:

„El desarrollo y la civilización son incompatibles con ciertos fenómenos sociales y el principal de ellos es el colectivismo. Ninguna sociedad colectivista o impregnada con esa cultura es una sociedad que desarrolla, moderniza y alcanza la civilización…

El socialismo, el nazismo y el fascismo son los fenómenos colectivistas del pasado. Hoy se expresa mediante el nacionalismo y los integrismos religiosos. El fenómeno está brotando en América Latina de una manera muy sinuosa y revistiéndose con unos ropajes que no parecen ofensivos sino prestigiosos…

En Perú está brotando con dos o tres hermanitos que en nombre de esa identidad colectiva, la identidad indígena, autóctona, genuina, la de la verdadera peruanidad, ha lanzado una campaña que cuando uno la examina racionalmente parece que fuera tonta, casi cómica, pero que toca un centro neurológico llamado el espíritu de la tribu, que nunca desparece incluso en sociedades que han avanzado más en el camino de la civilización. . .

El indigenismo de los años 20 que parecía haberse rezagado es hoy en día lo que está detrás de fenómenos como el señor Evo Morales en Bolivia. En Ecuador hemos visto operando y además creando un verdadero desorden político y social. El indigenismo en Ecuador, Perú y Bolivia está provocando un verdadero desorden político y social, y por eso hay que combatirlo… De Ecuador sé muy poco lo que está sucediendo ahora…

Si queremos alcanzar el desarrollo y elegir la civilización y la moralidad, tenemos que combatir resueltamente esos brotes de colectivismo… Creo que en el movimiento indígena hay un elemento profundamente perturbador que apela a los bajos instintos, a los peores instintos del individuo como la desconfianza hacia el otro, al que es distinto. Entonces se encierran en sí mismos“.

Usted entiende clara y correctamente que la comunidad indígena es la herramienta fundamental para la defensa de la Madre Tierra. Por eso el sistema dirigido por las empresas depredadoras multinacionales comprende que el ataque a la naturaleza debe ir acompañado del ataque a la comunidad indígena. Donde hay indígenas, en cualquier continente, hay comunidad indígena, organismo verdaderamente democrático donde manda la colectividad, no el individuo, como en la sociedad “democrática” actual, donde mandan los intereses de las grandes empresas.

Esa real democracia se manifiesta en el acuerdo de acciones de protesta colectivas, en plebiscitos como los de Tambogrande, Ayabaca, Huancabamba e Islay en el Perú, Andalgalá en Argentina, donde más del 90% manifiesta democráticamente “Vida sí, mina no”. Es a esa democracia a la que tiene terror el sistema, por eso Fujimori en el Perú y Salinas en México casi simultáneamente dieron leyes contra la comunidad indígena, por eso de los Decretos Ley de Alan García algunos van contra la naturaleza y otros contra la comunidad indígena. Por eso usted habla con horror del “espíritu de tribu”, de “la colmena”, “el hormiguero”, comprendiendo que la fuerza del movimiento indígena para defender la naturaleza contra la depredación del gran capital es la comunidad indígena.

Ese “desorden político y social” es la ruptura del “orden” que necesitan las compañías depredadoras para asolar la naturaleza con sus acciones hacia el “progreso”, que es por una parte el progreso de sus ingresos millonarios y por otra el camino a la extinción de la especie humana..

Usted ataca el colectivismo en nombre de la defensa del individuo. El colectivismo no niega la individualidad, que debe ser respetada. La individualidad es aplastada por el fundamentalismo mercantil que implanta la “moda” obligando a todos a acatarla (McDonald’s, Coca Cola), los menos sometidos a este aplastamiento son los indígenas, entre los que cada pueblo se viste diferente.

Es la sociedad que usted defiende la que aplasta la individualidad y exalta el individualismo que es el egoísmo supremo. La cultura colectivista es la de la solidaridad humana, al contrario que la que usted defiende, extremadamente egoísta. El mejor ejemplo de esto es que las grandes empresas multinacionales están dirigidas por personas que saben que con la desbocada emisión de gases de invernadero están conduciendo a la extinción de la especie humana, pero ya no les importa sus nietos ni sus hijos, sino cumplir con el sagrado mandamiento neoliberal, ganar la mayor cantidad de dinero posible en el menor tiempo posible.

La condena que usted hace a la democracia indígena ha sido suficientemente bien replicada por Saramago:
“Que alguien haya podido decir que el movimiento indígena es un peligro para la democracia me parece algo increíble. Cómo de una cabeza inteligente puede salir una afirmación tan monstruosa como esa”.

Para responder “a quien diga que el movimiento indígena en América es el enemigo más grande de la democracia” “yo lo que les propongo a vosotros indígenas de esta América, es que os convirtáis en heraldos de la democracia. Si vosotros levantáis la bandera de la democracia, tal vez los demás aprendamos”.
La comunidad indígena, sin darle ese nombre, hace tiempo que está levantando la bandera de la auténtica democracia, además la está llevando a niveles superiores, con la comunidad de comunidades en el Cauca, Colombia, en las islas Kuna de Panamá, y en mayor grado en la zona zapatista de Chiapas, donde desde hace 16 años gobiernan los indígenas mediante las “Juntas de Buen Gobierno” que son rotativas, cuyos miembros pueden ser revocados en cualquier momento y no ganan ni un centavo (como en las comunidades indígenas) por ejercer esa función Por eso no es casual que usted haya escrito “La Otra Cara del Paraíso” desatando una catarata de calumnias contra esos indígenas, comprende muy bien el peligro que para las grandes empresas significa su ejemplo a los otros pueblos.

Las palabras de usted en el seminario también fueron refutadas por dirigentes indígenas.
Leonidas Iza, presidente de la Confederación de Nacionalidades Indígenas del Ecuador: (CONAIE): “Vargas Losa está pensando en el siglo anterior y cree que los indígenas tenemos que continuar marginados. Si hay hambre, pobreza, iniquidad, no podemos estar tranquilos”. “Si la democracia significa igualdad y equidad, nosotros perseguimos justamente una verdadera democracia”.
Luis Macas, fundador de la CONAIE: “Vargas Llosa apoya un poder excluyente, semejante al que propone el presidente estadounidense George Bush, con un mundo unipolar. Los indígenas en cambio proponemos otro tipo de poder, que es el “ushay”, en kichua, que es perfeccionar las condiciones de vida, la capacidad de desarrollarnos colectivamente, desde el aporte de los distintos espacios”.
El diputado Ricardo Ulcuango: “¿Civilización es dejar que tres o cuatro lucren con el negocio del gas en Bolivia, con las privatizaciones en Perú o con el petróleo del Ecuador; es contaminar la naturaleza hasta dejarla seca o vender el agua de los ríos al que pague mejor?”
Humberto Cholango de ECUARUNARI, la organización más grande de la CONAIE que agrupa a los indígenas de la sierra: Son posturas como esa “las que no dejan avanzar en la consolidación de una Latinoamérica más democrática, más tolerante, más participativa, y más integrada, reconociendo la diversidad de cada país con todos los actores que construyen este continente”.
Como se ve, ellos tienen un concepto diferente de la libertad y la democracia que usted, que opina: “El combate por la libertad nos obliga a tomar partido resueltamente, sin subterfugios, por las sociedades abiertas y democráticas del mundo libre cuyo liderazgo ejercen los Estados Unidos”.

Racismo
Usted goza de un intenso racismo. Se nota cuando recomienda a los indígenas que para superarse abandonen su cultura. Basta leer su novela “Lituma en los Andes”, un libro contra los “serranos” (en el Perú costeño hay un racismo regionalista contra los indígenas identificados regionalmente como habitantes de la sierra).

Cuando el cabo costeño le dice al guardia serrano que “merece ser costeño”, éste le agradece. La culminación de la novela es la constatación de que el canibalismo es un ritual serrano. Yo soy serrano y en toda mi existencia no he visto nada semejante. Lo que sí veo es lo que dije más arriba, que la cultura que usted defiende está llevando al exterminio de la humanidad, no se la come, simplemente la está matando.

En mi libro “Nosotros los Indios” dedico un capítulo (“La cultura india y el neoliberalismo” – José María Arguedas y Mario Vargas Llosa) a la defensa de mi “tayta” José María Arguedas contra los ataques suyos en su libro “La Utopía Arcaica”. No voy a repetir acá lo dicho allí, sólo menciono la presentación hecha para la segunda edición:

“Este artículo fue escrito en marzo de 1999. De entonces a ahora se ha desarrollado una oleada de movimientos indígenas en el continente y una desastrosa crisis del neoliberalismo. Esto demuestra que “la utopía arcaica” no es el “indigenismo de José María Arguedas” sino el bienamado neoliberalismo de Vargas Llosa, del cual continúa siendo uno de sus gurúes.”

Uchuraqay
En enero del 83 fueron asesinados 8 periodistas en la comunidad de Uchuraqay, Ayacucho.
El gobierno represor que entregó el poder político del departamento al genocida general Clemente Noel (fui suspendido por 120 días de la Cámara de Diputados por haber dicho esto y haberme negado a retirar ese calificativo), nombró una comisión presidida por usted para encubrir la responsabilidad del ejército en el crimen. Usted cumplió perfectamente ese cometido, culpando a los comuneros en forma colectiva por las muertes, desdeñando informes de antropólogos, juristas, lingüistas y psicoanalistas.

La Comisión por la Verdad y Reconciliación y otras organizaciones de defensa de los derechos humanos denuncian que usted se limitó a recoger los testimonios y pruebas que dieron los militares implicados en el crimen, las que naturalmente exculpaban al ejército, eliminando el resto. Aplicando el racismo manifestado en “Lituma en los Andes” dijo que habían sido los comuneros quienes mataron a los periodistas y piadosamente afirmó que “todos éramos culpables” por no “civilizarlos”.
Dicen que pasado un tiempo un tribunal encontró pruebas de la implicancia militar, y que usted manifestó que su conclusión la había hecho por el „bien de la democracia“.
Menciono esto porque hay quienes presentan a usted como “defensor de los Derechos Humanos”.
Los familiares de los periodistas muertos sienten asco por usted debido a su labor de encubridor de genocidas como Noel.

Conclusión
Afortunadamente los pueblos indígenas del mundo inspiran cada vez mayor respeto de otros sectores de la población mundial por estar a la vanguardia de la defensa de la naturaleza en favor de toda la humanidad y por practicar la verdadera democracia solidaria en sus organizaciones, mostrando el único camino posible para asegurar la supervivencia de la especie: Que sea toda la sociedad quien se gobierne a sí misma y sea la que determine qué instalaciones industriales pueden continuar existiendo sin poner en riesgo la supervivencia de la especie.
Esto he podido constatarlo en la gira que hice por Europa últimamente hablando precisamente de ese tema.
El verticalismo antidemocrático y egoísta de las grandes empresas multinacionales a lo que usted no sé por qué llama “democracia”, tiene cada vez menos admiradores.
No me extraña que usted haya recibido el Premio Nobel. También Obama recibió el premio Nobel de la Paz por impulsar la guerra de Afganistán.
Pienso que Alfred Nobel, quien se sentía culpable por su responsabilidad como empresario enriquecido a través de la producción de dinamita usada por la minería y la guerra, no estaría satisfecho con los dos premiados.