Es ist soweit. Der Rucksack ist gepackt, die Flugtickets gedruckt, der Countdown läuft: In wenigen Stunden geht es los, erst nach Madrid, morgen weiter nach Perú. Drei Monate lang werde ich in meiner zweiten Heimat unterwegs sein. Meinen gegenwärtigen Zustand kann man sich ziemlich genau so vorstellen.

Die Pläne? Bisher gibt es nur eine Handvoll Eckdaten. Ich will endlich nach Chachapoyas im Norden und werde bei der Gelegenheit wohl auch wieder einmal in Trujillo und Cajamarca vorbeischauen (ich könnte natürlich von Lima aus auch 24 Stunden lang Bus fahren. Mal gucken. Ich fahre ja gerne Bus. So grundsätzlich). Dass ich es kaum erwarten kann, in Arequipa anzukommen, versteht sich wohl von selbst. Wenn ich es schaffe, möchte ich ein bisschen durch die Provinz Arequipa selbst reisen, von der ich bislang relativ wenig kenne. Auch ein Abstecher nach Bolivien ist geplant: die Minenstadt Potosí, vielleicht ja auch der Salar de Uyuni. Und – dann wieder in Perú – Cusco, dieser grässlich touristische und doch viel zu faszinierende Ort samt Heiligem Tal und – deswegen bleibe ich ja bis Ende Juni! – dem Sonnenwendfest Inti Raymi. Außerdem lacht mich für das letzte Juniwochenende noch Oxapampa sehr verheißungsvoll an, denn da findet das Festival Selvámonos statt.

Aber wie gesagt: Das ist alles sehr lose. Ich freue mich gerade wahnsinnig auf die Aussicht, in meinen Entscheidungen völlig frei zu sein, zu sehen, was sich ergibt – eine Nacht länger hier bleiben, einen Tag früher in die entgegengesetzte Richtung reisen als geplant, Fotoapparat und vor allem Notizbuch immer dabei. 2011 war ich zuletzt in Perú, damals hatte ich das Schreiben auch schon wiedergefunden, aber das erste eigene Buch war da noch ein unerreichbar scheinender Traum. Und jetzt, vier Jahre später, werde ich mit Pisco Sour auf einen Roman anstoßen, der nicht mein erster ist, aber bei Aufbau erscheint. Salud por eso: Ich bin jetzt das erste Mal als Schriftstellerin in Perú.

(Das bedeutet in der Konsequenz, ich darf jetzt endgültig jeden Schwachsinn mit dem Schlachtruf »Recherche!« legitimieren – das durfte ich schon früher, denn ich bin ja außerdem Kulturanthropologin, und die Losung unserer Disziplin ist teilnehmende Beobachtung. Also dann, wo sind die leckeren Milchcremetorten? Ich muss recherchieren! Für die Kunst! Für die Wissenschaft! Und überhaupt!)

Was das alles für meinen Blog heißt: nun, hoffentlich, dass es in den nächsten Wochen hier wieder regelmäßig frisches Lesefutter geben wird, und endlich auch wieder einmal auf Perú bezogen. Fotos, Reiseanekdoten, kleine Kulturschocks (wobei ich die meistens erst nach meiner Rückkehr nach Deutschland habe: »Was, ich darf die nächste Haltestelle nicht quer durch den ganzen Bus schreien?«). Seid also gespannt (ich bin es auch).

Wir lesen uns!

 

 

 

 

 

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Bildnachweis: skeeze/Pixabay