Nun ist das Jahr 2015 schon einen guten Monat alt, aber mein versprochener Ausblick hat bislang auf sich warten lassen. Dafür gibt es mehrere Gründe – unter anderem fette, blinkende Deadlines. Eine davon gehört zu meiner Masterarbeit, die bis Mitte März fertiggestellt und abgegeben sein muss. Und damit wäre dann auch das Kapitel »Altamerikanistik in Bonn« offiziell beendet – kaum zu glauben, denn ich kann mich nur zu gut an das Bauchkribbeln an jenem Januarmorgen vor drei (!) Jahren erinnern, als ich mich für das Abenteuer zweiter Master entschieden habe. Ich hoffe, dass ich es schaffe, dem noch einen eigenen Blogeintrag zu widmen, doch so viel kann ich sagen: Es war eine sehr gute Entscheidung.

Auf finsteren Pfaden Abseits des Studiums wird dieses Jahr veröffentlichungstechnisch ein rundum tolles Jahr. Zuallererst stehen mehrere Kurzgeschichten in den Startlöchern. So bin ich beispielsweise mit dem Beitrag »Zweierlei Blut« in der Burgenwelt-Anthologie »Auf finsteren Pfaden« vertreten – ein Hauch Inka-Geschichte und eine düstere sizilianische Burg sollen in meiner Story für Gänsehaut sorgen, und ich bin sehr gespannt, ob das nach Meinung der Leser auch funktioniert. Das Buch ist jetzt schon als eBook vorbestellbar und erscheint am 2. Februar dann offiziell auch als Taschenbuch.

Ein anderes persönliches Highlight ist die Anthologie »Die dunkelbunten Farben des Steampunk«, mit der sich Verlegerin Grit Richter vom Art-Skript-Phantastik-Verlag einen besonderen Traum erfüllt hat: Jede Geschichte steht ganz im Zeichen einer bestimmten Farbe – nicht nur auf der Handlungsebene, sondern im besten Sinn des Wortes, denn jeder Beitrag ist in der entsprechenden Farbe gedruckt! Ebenso wie viele andere tolle Autorenkollegen durfte ich eine Geschichte beisteuern und freue mich, dass ich für »Das Türkis des vergessenen Sommers« über eine meiner absoluten Lieblingsfarben schreiben durfte. Die Steampunk-Anthologie erscheint am 16. März 2015, pünktlich zur Leipziger Buchmesse.

Die dunkelbunten Farben des Steampunk

Es wird 2015 aber noch mehr geben als Kurzgeschichten, und entsprechend aufgeregt bin ich: Nicht weniger als drei eigenständige Veröffentlichungen stehen an! Welche das sind?

Nummer 1 Der ein oder andere ist vielleicht über meine Kurzgeschichte »Die Jagd nach Eldorado« in der Sci-Fi-Anthologie »Intergalaktisches Seemannsgarn« gestolpert. Tja, statt intergalaktisch geht es bei mir eher inkagalaktisch zu, denn mit der Geschichte stieß ich das Fenster auf zu einem Paralleluniversum mit raumfahrenden Inka und … plötzlich war da dieser Roman. Geschrieben im NaNoWriMo 2013 hat er mittlerweile ein Zuhause gefunden und wird voraussichtlich im Sommer in der Weltenschmiede erscheinen. Und darum geht’s:

Die Erde ist längst unbewohnbar, verschiedene Völker haben sich in neue Galaxien geflüchtet. Darunter auch Inka und Iberer – konkurrierende Mächte, die eine jahrhundertalte Feindschaft pflegen. Manco »Feuerschwinge«, seines Zeichens bester Sonnenflieger des Inkaherrschers, und Gonzalo, äußerst ruppiger und trinkfester Kommandant der Iberer, haben füreinander nicht viel übrig, doch als sie ausgerechnet auf der Erde bruchlanden, müssen sie zähneknirschend zusammenarbeiten – und feststellen, dass ihre Völker mehr verbindet, als sie jemals ahnten. Aber das ist natürlich nur ein Bündnis auf Zeit, und jeder Inka weiß, dass man einem Iberer niemals trauen darf. Schon gar nicht, wenn Gold im Spiel ist …

2 Eine ganz andere Richtung schlägt der Roman ein, der am 19. Juni bei Aufbau erscheinen wird (ja! Aufbau!). »Das Geheimnis des Mahagonibaums« kommt ohne phantastische Elemente aus, darf aber nichtsdestotrotz in meine peruanische Wahlheimat Arequipa entführen und eine Geschichte um Fotografie und Familiengeheimnisse erzählen.

Das Geheimnis des Mahagonibaums Die junge Studentin Blanca liebt die märchenhafte Geschichte ihrer Urgroßeltern Max und Guadalupe: ein deutscher Fotograf und eine peruanische Nonne, die ihm zuliebe das abgeschiedene Kloster verließ. Doch am Vorabend des 2. Weltkriegs verließ Guadalupe Deutschland, ging nach Peru zurück – und meldete sich niemals wieder bei ihrer Familie.

Nun kommt Blanca im Rahmen eines Stipendiums nach Arequipa und begibt sich auf Spurensuche: Sie will die Erklärung für Guadalupes Schweigen finden. Hilfe bekommt sie von Emilio, dem schweigsamen Gehilfen an der fotografischen Akademie. Gemeinsam tauchen Blanca und Emilio tief in die bewegte Vergangenheit ihrer Familien ein und stoßen auf Erinnerungen von der Kraft alter Fotografien …

3 Und als wären zwei Genres nicht genug, gibt es im Herbst – voraussichtlich im Oktober – noch ein weiteres Schmankerl in Form von historischer Fantasy. Der wunderbare Verlag Mondwolf feiert in diesem Jahr Geburtstag und schenkt sich selbst und den Lesern etwas ganz Besonderes: fünf Kurzromane unter dem Motto »Mondgesang und Wolfsgeheul«. Über das Jahr verteilt erscheinen die Werke von Tanja Rast, Astrid Rauner, Bettina Ferbus, Ingrid Pointecker und schließlich auch mir.

Meine Geschichte führt ins Peru des 16. Jahrhunderts, mitten in die Wirren der Eroberungskriege. Ruhm und Reichtum sollen dem glücklosen Hernando seinen Lebensabend versüßen – darum nimmt er als Conquistador am Eroberungszug nach Peru teil, begleitet von seinem treuen Wolf Melquíades. Doch dann begegnet er dem Inka-Mädchen Chinpu. Sie ist Trägerin einer ganz besonderen Magie, und sie ist auf der Flucht. Zwischen soldatischem Pflichtbewusstsein und dem eigenen Gewissen muss Hernando sich plötzlich entscheiden, wem seine wahre Loyalität gilt …

Inkapunk, Familiensaga und historische Fantasy. Ihr dürft euch 2015 also ganz in Ruhe entscheiden, was ihr am liebsten lesen mögt. Neues in Sachen Tango-Steampunk wird es übrigens auch geben.

Und noch etwas Wichtiges steht auf dem Programm, das allerdings nichts mit Schreiben und Veröffentlichen zu tun hat, jedenfalls nicht direkt: Ich reise nach Peru!

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Von April bis Juni werde ich wieder einmal zwischen Anden und Pazifik unterwegs sein, alte Freunde besuchen und neue Ideen sammeln. Und natürlich die Schauplätze meiner eigenen Projekte in Augenschein nehmen. Mein Chachapoya-Krieger aus dem historischen Romanprojekt wünscht sich beispielsweise einen Abstecher nach Chachapoyas im Norden. Außerdem stehen natürlich Arequipa und Cusco auf dem Programm, das inkaische Sonnenwendfest Inti Raymi und, sollte die Zeit es erlauben, ein Abstecher nach Bolivien in die Minenstadt Potosí.

Ein Notizbuch für die Reise liegt natürlich schon bereit, und die bereits jetzt auf Hochtouren laufenden Vorbereitungen sind ein weiterer Grund, warum es hier auf dem Blog mal wieder lange still war. Aber ich hoffe natürlich, euch nicht nur bis zum Abflug, sondern auch während meiner Streifzüge durch Peru dann wieder regelmäßiger auf dem Laufenden zu halten!