Momentan ist es wieder recht still auf dem Blog. Und wie üblich hat das mit meinem gebündelten Workload zu tun – Studium, Nebenjob und erfreulicherweise auch das Schreiben sorgen für einen gut gefüllten Zeitplan.
Schreiberisch beschäftigen mich dabei vor allem zwei Dinge. Einerseits meine Tango-Steampunkserie »Milonga!«, die nun bald starten wird. Einige Folgen Polster habe ich mir angeschrieben, aber es warten noch einige Abenteuer im alternativen, von Dampfkraft und Zahnradtechnik dominierten Südamerika darauf, zu konkreten Episoden zu werden.

Andererseits tüftle ich an einem Projekt, das genretechnisch gewissermaßen eine Premiere wird: Ich möchte mich an einem historischen Roman versuchen. Den Schauplatz könnt ihr euch sicherlich denken – natürlich wird es Perú, und zwar mitten in der konfliktreichen Zeit spanischer Eroberung und inkaischen Widerstands.

Viel mehr kann ich dazu noch nicht verraten, denn ich stecke mitten in der Recherche. Das bedeutet in dem Fall auch: Quellenlektüre. Ich schmökere mich also nicht nur durch historische Fachbücher, sondern auch direkt durch die Chroniken aus dem 16. Jahrhundert – teilweise mühsam zu lesen, teilweise spannend wie Abenteuerromane. Und natürlich, weil es ja sonst zu einfach wäre, hochgradig widersprüchlich und natürlich mit Vorsicht zu genießen. Alles, was ich in Schule und Studium über Quellenkritik gelernt habe, schlägt hier gerade voll zu: Wer sind die Autoren, und aus welchem Interesse heraus schreiben sie? Wessen Position wollen sie stärken, und wo übertreiben sie dafür vielleicht?

Ein weiteres Schmankerl sind Widersprüche innerhalb derselben Quelle – etwa, wenn eine Figur, die eigentlich hunderte von Kilometern entfernt vom Schauplatz sein sollte, plötzlich durch die aktuelle Szene marschiert, obwohl sie doch erst drei Seiten später offiziell zurückkehrt. Juhu!
Bis ich einen fertigen Plot vorweisen kann, wird es also wohl noch ein bisschen dauern. Dafür habe ich vier sehr aufdringliche Hauptfiguren, die freundlicherweise recht gesprächlich sind und die ich schon alle ins Herz geschlossen habe. Und, ebenfalls schön: Die historische Realität liefert mir die Klüngeleien und Intrigen, die mir für das Buch vorschweben, wunderbarerweise frei Haus. Ich bin also gespannt, wohin der Weg führt.

 

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Bildnachweis: jill111/Pixabay